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    Aktion Selbstbesteuerung e.V.

    Friede durch gerechte Entwicklungspolitik 

    Jägerhalde 87 (c/o C. Aicher) - 70327 Stuttgart
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Letzte Änderung: 08.12.2017               

    Die Aktion Selbstbesteuerung ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Unsere Mitglieder bezahlen eine freiwillige "Entwicklungssteuer" von 2 bis 3 % des Einkommens für entwicklungspolitische Arbeit. Auf den zweimal jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen entscheiden wir basisdemokratisch, welche konkreten Projekte wir fördern wollen. Wir fördern Inlandsprojekte, die über die bei uns liegenden Ursachen für die weltweite Armut aufklären und kleine Selbsthilfeprojekte im Ausland.

    Beispiele für Auslands- und Inlandsprojekte aus der letzten Zeit:

    Unterstützung indigener Gemeinschaften in Chiapas
    Indigenas beim Brotbacken

Frauen aus Chiapas (Südmexiko) beim Brotbacken

    In Chiapas (Südmexiko) unterstützen wir seit Längerem die Nichtregierungsgruppe "Madre Tierra de Mexico A.C.". Madre Tierra hilft indianischen Gemeinschaften in Chiapas und im benachbarten Guatemala bei der Verteidigung eines selbstbestimmten Lebens. Mexikos Regierung setzt auf "Entwicklung durch Modernisierung". Dafür braucht sie möglichst hohe Deviseneinnahmen durch Exporte. Land, das die indianischen Gemeinschaften als Gemeinschaftseigentum bewirtschaften, um davon ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, wird enteignet, damit darauf Monokulturen für den Export entstehen können. Oder man verkauft es an ausländische Konzerne, die die Bodenschätze abbauen oder Plantagen für die Gewinnung von Agro-Sprit anlegen.

    Madre Tierra setzt, anders als die mexikanische Regierung, vor allem auf "Ernährungs-Souveränität". Deshalb gibt es z.B. Demonstrationsanlagen für "Permakultur", die zeigen, wie mit den vorhandenen Ressourcen mehr Nahrungsmittel erwirtschaftet werden können. Bei einem (privat finanzierten) Besuch in Mexiko, konnten sich zwei asb-Mitglieder persönlich vom Erfolg dieser Anlagen überzeugen.

    Außerdem unterstützten wir eine PC-Schulung für Promotor_innen, damit die Indigenen das Internet nutzen können, um sich ausreichend zu informieren, Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung öffentlich zu dokumentieren und untereinander besser vernetzt zu sein oder die Unterstützung einer Kampagne gegen den Konzern Monsanto, der die schlechte Umweltgetzgebung Mexikos ausnützt, um giftige Abfälle einfach in die Flüsse und Seen zu "entsorgen".

    Derzeit läuft in ganz Mexiko eine große Privatisierungswelle. Selbst die Schulen werden ab der Sekundarstufe privatisiert und damit der Zugang zu höherer Bildung für die Armen blockiert. Und auch das bisher im Grundsatz (wenn auch real nur eingeschränkt) staatlich finanzierte Gesundheitssystem wird privaten Gewinninteressen übergeben. Madre Tierra versucht deshalb Gesundheitsstationen und Dorfapotheken aufzubauen, um den armen Bevölkerungsgruppen eine preiswerte Alternative zum gewinnorientierten Gesundheitssystem anzubieten. Die asb unterstützte den Kauf von Medikamenten mit 3.000,- EURO. Sie sollen zum Selbstkostenpreis mit kleinem Aufschlag verkauft werden, um so den Medikamentenbestand langfristig zu sichern.

    Afrikanisches Filmfestival in Hamburg

    Das Festival "Augen-Blicke Afrikas" haben wir schon mehrfach unterstützt. Ziel ist es, das gängige Afrikabild - Kriege, Krankheiten, Katastrophen - zu revidieren, indem Filme afrikanischer Regisseure gezeigt werden. 2016 stand das Festival unter dem Titel "Sisters of the Screen - Afrikanische Frauen im Kino". In der Elfenbeinküste, in Kamerun, Nigeria, Zimbabwe und Südafrika gründeten Frauen in den letzten Jahren Filminitiativen, Produktionsfirmen, Casting-Agenturen. Frauen haben im afrikanischen Kino in der jüngeren Vergangenheit zunehmend an Bedeutung gewonnen. Nicht nur vor, sondern immer häufiger auch hinter der Kamera besetzen Frauen wichtige Funktionen. Es gibt Frauen-Kulturvereinigungen und eigene Frauen-Filmfestivals.

    Innerhalb von fünf Jahren hat sich das afrikanische Filmfestival zu einem unverzichtbaren Bestandteil in der interkulturellen und entwicklungspolitischen Landschaft der Hansestadt Hamburg entwickelt.
      Podiumsdiskussion "Der Blick afrikanischer Frauen auf die Rolle der Frauen in den Ländern Afrikas".
    Von 2012 hat sich die Besucherzahl fast verdoppelt. Diese Verdoppelung der Teilnehmendenzahlen verrät, dass inzwischen auch Menschen angesprochen werden, die sich vorher nicht für "afrikanische Themen" interessierten, und ihnen ein anderes Bild Afrikas gezeigt werden konnte.

    Das Frauen-Thema ist trotz eines oft zu hörenden Abgesangs auf den Feminismus nach wie vor für viele Menschen von großem Interesse. Dies zeigte die rege Teilnahme von jungen Frauen bei den Veranstaltungen des diesjährigen Filmfestivals. Dabei war gerade die Kombination von Frauenthemen mit afrikanischen Themen für viele interessant, wie sich immer wieder in den Gesprächen nach den Filmen zeigte.

    In einem Gesamtbudget von ca. 33.000 EURO ist unser Zuschuss von 1.000 EURO nur ein kleiner Baustein. Dennoch braucht es solche Bausteine für das Gelingen. Die Frage, wie sehr das Filmfestival "entwicklungs"-politisch ist, kam zum Glück bei unseren Beratungen um Zuschüsse gar nicht auf. Es ist ein klarer Beitrag zur gesellschaftspolitischen Bildungsarbeit und zur internationalen Verständigung.